Weber Stadt: Grußwort

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JOSEF KOCH: „Hier wollen wir weilen“

Bürgermeister i.R.




Ortsbuch von Weilen

unter den Rinnen (Kreis Balingen) 1969

 

Weilen unter den Rinnen - Radierung von August Blepp

Vorwort des Verfassers

Grüß Gott, lieber Leser!

Mit diesem alten christlichen Gruß will ich dich begrüßen. Der Gruß kommt von Herzen, und ich wüsste keinen besseren für dich.

Du willst wissen, warum und zu welchem Zweck dieses Buch, das so viel Arbeit und Mühe gekostet hat, überhaupt geschrieben wurde.
Eigentlich ist diese Frage schon beantwortet in den Verszeilen “Zum Geleit“: Dieses Buch will Dir Kunde bringen aus Weilens alten Tagen und viele Fragen beantworten, die dir im Leben oft begegnen. Als zweite Frage dürfte sich der Gedanke einstellen, was die eigentliche Triebfeder gewesen sei, die den Verfasser angetrieben hat, sich der großen Mühe und jahrzehntelangen Arbeit für die Chronik zu unterziehen. Die Liebe zur Heimat hat ihn bewogen.

Das schreiben selbst ist eine Kleinigkeit gewesen gegenüber der Beschaffung des Materials. Mit den Vorarbeiten und der Beschaffung von Urkundenmaterial habe ich schon in den Jahren 1927 und 1928 begonnen. In den Wintermonaten 1928 und 1929 habe ich die Württembergischen Urkundenbücher durchgesehen. Im darauffolgenden Jahr habe ich das Buch “Geschichte der Grafen von Zollern und Hohenberg“ von Schmid sowie die Monumenta Hohenbergica durchgearbeitet. Im Staatsarchiv Stuttgart arbeitete ich unter Führung von Oberlehrer Konrad Seifriz die Akten durch. Er hat übrigens die Geschichte von Markelsheim und Biberach geforscht; seine Mutter stammte aus Weilen und sein Vater, Konstantin Seifriz, von Schörzingen.

Im Ludwigsburger Staatsarchiv ging mir besonders Archivrat Dr. Aich zur Hand; dieser war früher Pfarrer in Deilingen gewesen. Er übersetzte die lateinischen Urkunden ins Deutsche.

In Rottweil war mir Oberstudiendirektor Dr. Steinhauser eine große Hilfe; er erteilte mir viele Anregungen und Auskünfte.

Von 1932 bis zum Zweiten Weltkrieg habe ich meine Ortschronik mit Hand niedergeschrieben; als ich 1942 den Bürgermeisterposten übernahm, fand ich fast keine Zeit mehr, die Arbeit zu vollenden. Durch die Anlegung der neuen Kreisbeschreibung und die Vervollständigung der Urkunden sowie Auffindung neuer Geschichtsquellen haben sich teilweise neue Ergebnisse ergeben. So steht u.a. in der Oberamtsbeschreibung von Spaichingen, dass Weilen erst-mals am 8. Februar 838 genannt werde; diese Urkunde ist auch im Württem-bergischen Urkundenbuch abgedruckt.
Neuere Forschungen haben aber ergeben, dass dieses Weilen nicht unser Ort, sondern Weilheim unter der Lochen (Weilstetten) war.
Eines Herrn muß ich ganz besonders gedenken; Landrat Roemer in Balingen, jetzt Regierungspräsident in Stuttgart. Er ist ein hervorragender Kenner der Frühgeschichte. Rektor Scherer in Balingen sah das Manuskript durch und verfasste den geologischen Teil (Seiten 14-18). Heinz Erich Walter – der schon über ein Dutzend Ortsbücher herausgegeben hat – ergänzte das Manuskript in einigen Punkten und brachte es in eine gefällige Buchform. Allen genannten Herren spreche ich meinen herzlichen Dank aus.

Zu danken habe ich auch den Mitbürgern, die für dieses Buch Bild-material zur Verfügung stellten, insbesondere auch meinem Nachfolger im Amt, Erwin Weinmann, der sich manche Mühe machte. Leo Seifriz fertigte eigens für dieses Buch Photographien an.

Das Originalmanuskript hinterlege ich im Gemeindearchiv, ebenso meine ausführliche Geschichte der einzelnen Familien von Weilen; wer sich speziell für Familiengeschichte interessiert, findet darin Aufschluss. Die hiesigen Taufbücher beginnen 1609; sie werden im Pfarrhaus aufbewahrt.

Möge dieses Ortsbuch in dir, lieber Leser, die Liebe zur Heimat vertiefen. Möge unser Ort noch vielen Generationen zur Heimat werden, auf dass sie gerne in Weilen weilen.

Im November 1969

Josef Koch
Bürgermeister i.R.

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